Systeme & Produkte31 de agosto de 20267 min. de lectura
Regalsysteme im Vergleich: SR5, Globelyst, Xpress und Klappregal im Detail
SR5, Globelyst, Xpress-Regale und Klappregal FlexRack im direkten Vergleich: Aufbau, Zertifizierung, Flexibilität und für wen sich welches System eignet.

Wer sich zum ersten Mal mit Fahrzeugeinrichtung beschäftigt, steht schnell vor einer verwirrenden Auswahl an Systemnamen: SR5, Globelyst, Xpress, Klappregal FlexRack – und jedes davon wird als die richtige Lösung beworben. Tatsächlich haben alle vier Systeme ihre Berechtigung, nur eben für unterschiedliche Einsatzprofile. Dieser Vergleich ordnet die Systeme nach Aufbau, Zertifizierung, Flexibilität und Preis-Leistungs-Verhältnis ein.
SR5: Das modulare Standardsystem
SR5 ist ein modulares Regalsystem, das sich aus einzelnen Elementen – Fachböden, Schubladen, Halterungen – frei kombinieren lässt und für zahlreiche Fahrzeugmodelle in crashgetesteter Ausführung verfügbar ist. Der Vorteil liegt in der Flexibilität: Ändert sich der Bedarf, lassen sich einzelne Module austauschen oder ergänzen, ohne das gesamte System zu ersetzen.
SR5 eignet sich besonders für Betriebe mit vielfältigem, aber grundsätzlich planbarem Materialbedarf – etwa im klassischen Elektro- oder SHK-Kundendienst. Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 27956 ist für gängige Fahrzeugmodelle dokumentiert verfügbar, was SR5 zu einer verlässlichen Wahl für sicherheitsbewusste Betriebe macht.
Globelyst: Die Alternative mit eigenem Profil
Globelyst verfolgt ein ähnliches modulares Grundprinzip wie SR5, unterscheidet sich jedoch in Materialwahl und Detailkonstruktion. Welches der beiden Systeme im Einzelfall besser passt, hängt oft von Detailfragen ab – etwa der bevorzugten Schubladenmechanik oder dem verfügbaren Zubehör für eine bestimmte Fahrzeugmarke. Einen direkten Vergleich beider Systeme haben wir bereits in SR5 oder Globelyst vertieft.
In der Praxis empfiehlt sich bei der Entscheidung zwischen beiden Systemen ein Blick auf bereits vorhandene Fahrzeuge im Betrieb: Wer bereits ein System im Einsatz hat, profitiert von einheitlichen Ersatzteilen und Erfahrungswerten, wenn neue Fahrzeuge mit demselben System ausgestattet werden.
Xpress-Regale: Schnell einsatzbereit
Xpress-Regale sind vorkonfigurierte Zusammenstellungen für gängige Fahrzeugmodelle und Standardanforderungen. Der Planungsaufwand entfällt weitgehend, ohne dass auf eine geprüfte Zertifizierung verzichtet werden muss. Ausführlicher beschrieben haben wir das in Xpress-Regale.
Der Kompromiss liegt in der reduzierten Individualisierbarkeit: Wer sehr spezifische Anforderungen hat, etwa in einer stark spezialisierten Branche, stößt bei Xpress-Regalen schneller an Grenzen als bei einem vollständig modularen System.
Klappregal FlexRack: Maximale Flexibilität
Das Klappregal FlexRack löst ein spezielles Problem: den gelegentlichen Bedarf an vollständig freiem Laderaum für sperriges Material. Einzelne Regalebenen lassen sich hochklappen und arretieren, ohne das System auszubauen. Details dazu in Klappregal FlexRack.
FlexRack eignet sich vor allem als Ergänzung zu einem bestehenden System, weniger als alleinige Grundausstattung – wer permanent volle Regalkapazität benötigt, ist mit einem festen System meist besser bedient.
Zertifizierung als gemeinsamer Nenner
Unabhängig vom gewählten System sollte die Zertifizierung nach DIN EN ISO 27956 für das konkrete Fahrzeugmodell dokumentiert vorliegen. Was diese Norm genau prüft, haben wir in DIN EN ISO 27956 und im technischen Leitfaden beschrieben. Ein System ohne dokumentierten Crashtest für das jeweilige Fahrzeugmodell sollte unabhängig vom Markennamen kritisch hinterfragt werden.
Kombinationen statt Entweder-oder
In der Praxis schließen sich die Systeme nicht gegenseitig aus. Viele Betriebe kombinieren ein festes Grundsystem wie SR5 mit einem zusätzlichen Klappregal-Element für gelegentliche Sonderfälle, oder rüsten ein Xpress-Regal im Nachgang mit einzelnen individuellen Modulen nach, sobald sich der tatsächliche Bedarf im Betrieb klarer abzeichnet.
Diese Flexibilität ist einer der Gründe, warum sich eine erste Investition in ein modulares Grundsystem langfristig auszahlt: Spätere Anpassungen sind deutlich einfacher als bei einem starr verbauten Komplettsystem ohne Erweiterungsoption.
Preis-Leistungs-Verhältnis über die Lebensdauer betrachtet
Ein Vergleich allein nach Anschaffungspreis greift bei Regalsystemen zu kurz. Sinnvoller ist eine Betrachtung über die gesamte erwartete Nutzungsdauer: Wie viele Jahre und wie viele Fahrzeuggenerationen wird das System voraussichtlich im Einsatz sein, wie hoch sind die Kosten für Ersatzteile bei Verschleiß, und wie aufwendig ist ein späterer Umbau in ein Nachfolgefahrzeug? Ein auf den ersten Blick teureres modulares System kann über zehn Jahre günstiger sein als eine mehrfach ersetzte einfachere Lösung.
Diese Rechnung lohnt sich besonders für Betriebe mit mehreren Fahrzeugen, da sich Einsparungen oder Mehrkosten pro Fahrzeug schnell auf die gesamte Flotte hochrechnen. Eine grobe Kostenrechnung für die Erstausstattung eines einzelnen Fahrzeugs haben wir beispielhaft in Werkstattwagen selbst gestalten durchgerechnet.
Verfügbarkeit von Ersatzteilen
Ein oft unterschätztes Kriterium bei der Systemwahl ist die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Etablierte, weit verbreitete Systeme bieten in der Regel eine verlässlichere Ersatzteilversorgung über viele Jahre als Nischenlösungen kleinerer Anbieter. Wer ein System wählt, das voraussichtlich noch in zehn Jahren mit passenden Schubladenauszügen, Verriegelungen und Anbauteilen versorgt wird, vermeidet spätere Probleme bei der Wartung, wie wir sie in Wartung der Fahrzeugeinrichtung beschrieben haben.
Individualisierung versus Standardisierung im Fuhrpark
Betriebe mit mehreren Fahrzeugen stehen vor einer zusätzlichen Entscheidung: Soll jedes Fahrzeug individuell auf den jeweiligen Fahrer zugeschnitten werden, oder wird ein einheitliches Grundsystem über die gesamte Flotte ausgerollt? Einheitlichkeit erleichtert Ersatzteilhaltung, Schulung neuer Mitarbeitender und den Austausch von Fahrzeugen untereinander, wie wir in Flottenausbau beschrieben haben. Individuelle Anpassung erhöht dagegen die Zufriedenheit des einzelnen Fahrers, kann aber die Verwaltung erschweren.
In der Praxis bewährt sich häufig ein Mittelweg: ein einheitliches Grundsystem über alle Fahrzeuge, ergänzt um individuell konfigurierbare Module für die Feinsortierung, die sich an den jeweiligen Fahrer anpassen lassen, ohne die Grundstruktur der Flotte zu verändern.
Entscheidungshilfe nach Betriebstyp
- Kundendienst mit vielfältigem Material: modulares System wie SR5 oder Globelyst.
- Standardisierter Einsatz, schneller Start: vorkonfiguriertes Xpress-Regal.
- Wechselnde Ladungsarten, gelegentlich sperriges Material: Klappregal FlexRack als Ergänzung.
- Reiner Zustellverkehr mit wenig Werkzeug: reduziertes Regal mit viel freier Ladefläche.
Diese grobe Einordnung ersetzt keine individuelle Beratung, gibt aber einen ersten Anhaltspunkt, in welche Richtung die Entscheidung tendenziell gehen sollte.
Montage: Werkseitig oder nachträglich?
Ein weiterer Unterschied zwischen den Systemen betrifft die Art der Montage. Manche Regalsysteme werden werkseitig beim Fahrzeugaufbauer direkt ins Neufahrzeug integriert, andere lassen sich nachträglich in ein bereits zugelassenes Fahrzeug einbauen. Werkseitige Integration hat den Vorteil, dass Fahrzeug und Einrichtung von Anfang an aufeinander abgestimmt sind, etwa bei der Verkabelung für Innenbeleuchtung oder Steckdosen. Nachträgliche Montage bietet dagegen mehr Flexibilität bei der Wahl des Zeitpunkts und erlaubt es, die Einrichtung erst nach einer gründlichen Bedarfsanalyse final festzulegen.
Für Betriebe, die ein bereits vorhandenes Fahrzeug nachrüsten, ist die nachträgliche Montage ohnehin die einzige Option – hier zeigt sich der Vorteil modularer Systeme besonders deutlich, da sie in der Regel unabhängig vom ursprünglichen Fahrzeugzustand eingebaut werden können.
Materialqualität und Verarbeitung im Detail
Neben der grundsätzlichen Systemwahl lohnt sich ein Blick auf die verarbeiteten Materialien. Hochwertige Regalsysteme setzen auf pulverbeschichtetes Stahlblech oder verstärkten Kunststoff mit definierten Wandstärken, die auch nach Jahren im Dauereinsatz nicht durchbiegen oder ausleiern. Bei Schubladenauszügen zeigt sich Qualität besonders an der Führungsmechanik: Hochwertige Vollauszüge laufen auch bei voller Beladung leichtgängig und ohne Verkanten, während einfachere Mechaniken schon nach kurzer Nutzungsdauer schwergängig werden.
Auch die Oberflächenveredelung spielt eine Rolle für die Langlebigkeit. Feuchtigkeit und Schmutz, wie sie im Handwerksalltag unvermeidlich sind, greifen ungeschützte Oberflächen mit der Zeit an. Eine hochwertige Beschichtung reduziert Korrosion und erleichtert gleichzeitig die Reinigung – ein Aspekt, der sich erst nach mehreren Jahren im Einsatz wirklich bemerkbar macht, aber die Gesamtlebensdauer der Einrichtung maßgeblich beeinflusst.
Umbau und Kompatibilität bei Fahrzeugwechsel
Ein weiterer Unterschied zwischen den Systemen zeigt sich beim Fahrzeugwechsel: Modulare Systeme wie SR5 und Globelyst lassen sich in der Regel mit vertretbarem Aufwand in ein neues Fahrzeug ähnlicher Größe umbauen, da die einzelnen Module unabhängig von der Fahrzeugkarosserie konstruiert sind. Vorkonfigurierte Xpress-Regale sind dagegen stärker auf ein spezifisches Fahrzeugmodell zugeschnitten, was den Umbau in ein anderes Modell erschweren kann. Mehr zum Thema Weiterverwendung finden Sie in Gebrauchte Fahrzeugeinrichtung.
Wer bereits beim Kauf absehen kann, dass in einigen Jahren ein Fahrzeugwechsel ansteht, sollte diesen Aspekt in die Systemwahl einbeziehen – die etwas höhere Anfangsinvestition in ein modulares System zahlt sich beim späteren Umbau häufig aus.
Häufige Fragen zu Regalsystemen
Kann ich verschiedene Regalsysteme im selben Fahrzeug kombinieren?
In der Regel ist eine Kombination innerhalb eines Systems einfacher als zwischen unterschiedlichen Herstellersystemen, da Befestigungspunkte und Schnittstellen variieren können. Eine Kombination aus Grundsystem und Klappregal-Ergänzung ist jedoch üblich und in der Praxis gut etabliert.
Welches System ist am günstigsten?
Vorkonfigurierte Xpress-Regale sind durch den geringeren Planungsaufwand meist die kostengünstigste Option für Standardfälle. Bei individuellen Anforderungen relativiert sich dieser Vorteil schnell, da Anpassungen zusätzlichen Aufwand verursachen.
Lässt sich ein bestehendes SR5-System später erweitern?
Ja, das ist einer der zentralen Vorteile modularer Systeme – einzelne Elemente lassen sich bei geändertem Bedarf ergänzen, ohne die gesamte Einrichtung zu ersetzen oder komplett neu zu planen.
Wie finde ich heraus, welches System für mein Fahrzeugmodell zertifiziert ist?
Die Zertifizierung wird herstellerseitig je Fahrzeugmodell dokumentiert. In unserer Beratung prüfen wir das konkret für Ihr Fahrzeug und zeigen Ihnen die verfügbaren, geprüften Konfigurationen.
Ist ein Klappregal genauso sicher wie ein festes Regal?
Sofern es korrekt arretiert und ebenfalls zertifiziert ist, ja. Entscheidend ist, dass die Verriegelung im Klappzustand denselben Sicherheitsanforderungen genügt wie ein fest verbautes System.
Wie wirkt sich die Systemwahl auf den Wiederverkaufswert des Fahrzeugs aus?
Eine hochwertige, markentypische Einrichtung kann sich beim Verkauf des Fahrzeugs positiv auf den erzielbaren Preis auswirken, insbesondere wenn sie sich fachgerecht ausbauen oder im Fahrzeug belassen lässt.
Fazit
Es gibt kein objektiv „bestes“ Regalsystem, sondern nur das System, das am besten zum tatsächlichen Bedarf passt. SR5 und Globelyst überzeugen durch modulare Flexibilität, Xpress-Regale durch schnellen Einsatz, Klappregale durch situative Anpassungsfähigkeit. Wir beraten Sie in Essen herstellerneutral, welches System oder welche Kombination am besten zu Ihrem Fuhrpark passt.